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Das Kastensystem

Das Kastenwesen ist das Hauptmerkmal der indischen Gesellschaft.

 

Dabei glaubt man, dass jeder Mensch aufgrund seines Karmas in eine bestimmte Kaste hineingeboren wird. Die Kastenzugehörigkeit wird auf die Kinder vererbt. Die Regeln der Kaste bestimmen den Ehepartner und das ganze spätere Leben, wie den Beruf etc.

 

Die Wurzeln des Kastensystems liegen im Jahre 1500 v. Chr. in der Rig Veda, als Nomadengruppen (Arier) der indogermanischen Sprachgruppen aus dem Norden nach Indien einwanderten. Ca. 100 v. Chr. verfasste der Prophet Manuh ein Gesetzesbuch, in dem er vier Kasten unterteilte. In denen haben sich mit der Zeit unzählige weitere Gruppen gebildet, so dass auch ein Inder die grösste Mühe hat den Überblick zu wahren.

 

Brahmanen: Oberste Kaste, Priesterkaste, Anspruch auf Erleuchtung
Kschatrija: Die Krieger- oder Herrscherkaste
Vaishya: Die Bauern-, Händler-, Handwerker- und Grundbesitzerkaste
Shudra: Die Dienerkaste, Arbeiterkaste, im Dienst der drei höheren Kasten
Dalit: Die Kastenlosen, Unberührbaren. Eine Ansammlung von Ausgestossenen, die nur niedrigste Arbeiten verrichten dürfen.

 

Die religiösen Kasten sind im Gegensatz zu den ökonomisch definierten Klassen nahezu undurchlässig.
1949 wurde durch Mahatma Gandhi das Verbot des Kastenwesens in das Grundgesetz aufgenommen. Vor allem in ländlichen Regionen wird dieses Verbot heute noch von der Gesellschaft weitgehend ignoriert. In den Städten lockert sich diese Einstellung im Rahmen der Verwestlichung. Leider jedoch nur sehr langsam.